WIEN SCHAFFT ZUKUNFT. 

Landesparteivorstand 



Wien zeigt jeden Tag, wie sozialdemokratische Politik wirkt: Wir schaffen gute und sichere Arbeitsplätze, ermöglichen jedem Kind die besten Bildungschancen, stellen den Zugang zu Spitzenmedizin für alle sicher und sind Vorreiterin in Sachen leistbares Wohnen. Generationen von Sozialdemokrat:innen haben diese Stadt aufgebaut, stabil gehalten und Schritt für Schritt weiterentwickelt. Heute ist Wien eine der lebenswertesten Metropolen der Welt. Darauf sind wir stolz. Und aus diesem Stolz entsteht Entschlossenheit: Die Entschlossenheit, gemeinsam mit den Wiener:innen auch in Zukunft Großes zu schaffen.

Wien ist ein wachsender Wirtschaftsstandort. Noch nie waren so viele Menschen in Wien beschäftigt: Mit über 930.000 Beschäftigungsverhältnissen wurde ein historischer Rekordwert erreicht. Zudem werden laufend Jobs geschaffen. Beitragsfreie Kindergärten und verschränkte Gratis-Ganztagsschulen ermöglichen Bildung unabhängig vom Einkommen der Eltern. Das hilft nicht nur den Kleinsten in unserer Stadt, sondern auch deren Eltern. Das engmaschige Betreuungsangebot ermöglicht es Eltern, Vollzeit im Erwerbsleben tätig zu sein. Der Erfolg dieses Modells zeigt sich auch im österreichweit niedrigsten Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen, der deutlich macht, dass Gleichstellung in Wien in allen Bereichen gelebt wird. Wien hat die höchste Ärzt:innendichte Österreichs, darüber hinaus arbeiten mehrere tausend engagierte Menschen in Gesundheitsberufen, die sich in den Wiener Spitälern, Gesundheitszentren und Pflegeeinrichtungen jeden Tag um die Gesundheit der Wiener:innen kümmern. Ein dichtes Netz an Wiener Öffis bringt täglich mehr als zwei Millionen Fahrgäste zuverlässig und umweltfreundlich durch die Stadt. Eine Vielzahl an Parks, Grünräumen und Freizeitflächen sowie Kultur-und Freizeitangeboten ist für alle zugänglich. All das ist das Ergebnis einer Politik, die nie akzeptiert hat, dass die Dinge so bleiben müssen, wie sie sind. Einer Politik, die stets gefragt hat, wie es besser gehen kann.

Wien wächst weiter und ist heute eine Stadt mit mehr als zwei Millionen Einwohner:innen. Die steigende Lebenserwartung, ein dynamischer Arbeitsmarkt und der zunehmende Bedarf an Bildungs- und Gesundheitsleistungen stellen unsere Stadt vor neue Aufgaben. Es ist unser klares Versprechen an die Wiener:innen, auch in Zukunft Stabilität zu sichern und konkrete Lösungen für die zentralen Lebensbereiche zu schaffen: von Arbeit und Bildung über Gesundheit und Pflege bis hin zu leistbarem Wohnen und hoher Lebensqualität. Wien schafft Zukunft.

Wien ist eine internationale Metropole im Herzen Europas und profitiert in besonderem Maß von einer starken Europäischen Union sowie von stabilen internationalen Partnerschaften. Gerade in Zeiten globaler Umbrüche, geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Transformation ist klar: Die großen Herausforderungen unserer Zeit – von Klimaschutz über Migration bis hin zu Digitalisierung und Sicherheit – lassen sich nur gemeinsam auf europäischer und internationaler Ebene lösen. Wien bekennt sich daher zu einem starken, solidarischen Europa, das auf sozialem Ausgleich, wirtschaftlicher Stärke und demokratischen Werten basiert. Als Stadt mit internationaler Strahlkraft wollen wir aktiv dazu beitragen, europäische Kooperation zu vertiefen und Wien als Plattform für Dialog, Innovation und Zusammenarbeit weiter auszubauen.

Gleichzeitig nutzen wir die Chancen der europäischen Integration gezielt für den Wiener Standort. Durch den Zugang zu europäischen Fördermitteln, die aktive Mitgestaltung europäischer Politikfelder – im Rahmen des Ausschusses der Regionen – und die enge Vernetzung mit anderen Städten stärken wir Innovation, Forschung und wirtschaftliche Entwicklung in Wien. Wien wird auch künftig eine starke Stimme im europäischen Städtenetzwerk sein und sich dafür einsetzen, dass soziale Gerechtigkeit, nachhaltiges Wachstum und Lebensqualität im Zentrum der europäischen Politik stehen.

Im vorliegenden Leitantrag formulieren wir unsere Ideen und Konzepte für eine Stadt, die auch in Zukunft von Stabilität, sozialer Gerechtigkeit und Zusammenhalt geprägt ist. Für eine Stadt, die Chancen für alle Menschen bietet und niemanden zurücklässt. Regiert von der Wiener Sozialdemokratie ist Wien seit über 100 Jahren ein Zukunftsmotor, der niemals stillsteht. Wien schafft ein gutes Leben für alle. Wien schafft Zukunft, die bleibt.

 

WIEN SCHAFFT AUFSCHWUNG.

Wien ist, geprägt von starker sozialpartnerschaftlicher Zusammenarbeit; der Wirtschafts motor Österreichs. Getragen von technologischem Fortschritt und Innovation sowie von Investitionen in den Standort erwirtschaftet Wien ein Viertel der gesamten Wirtschaftsleistung Österreichs. Auch in den letzten Jahren ist die Wiener Wirtschaft gewachsen: Als einziges Bundesland konnte Wien ein Wirtschaftswachstum verzeichnen, die Beschäftigungszahlen befinden sich mit über 930.000 Beschäftigungsverhältnissen auf Rekordhoch. Von allen neuen Jobs, die seit 2023 in ganz Österreich entstanden sind, wurden fast 70 % in Wien geschaffen. Mit rund 11.000 Unternehmen wurden 2025 mehr Unternehmen als in jedem anderen Bundesland in Wien gegründet. Laut Prognosen des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung werden sich diese positiven Entwicklungen auch 2026 fortsetzen. Denn Wien setzt weiterhin auf Investitionen in die Wiener Wirtschaft. Dank eines starken Dienstleistungssektors, aktiver arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen des Wiener Arbeitnehmer*innen Förderungsfonds, der Förderung neuer Technologien, gezielter Hochschulförderung sowie der konstant hohen Lebensqualität, die Wien für internationale Unternehmen, Arbeitnehmer:innen und Tourist:innen attraktiv macht, bleibt Wien auf wirtschaftlichem Erfolgskurs und First Mover in zentralen Zukunftsbranchen.

Unser Grundsatz ist es, diesen Aufschwung nicht durch Zurückhaltung bei Zukunftsausgaben zu gefährden. Wirtschaftswachstum gepaart mit kluger Politik schafft sozialen Wohlstand. Beides zusammen bildet die Grundlage für starke und verlässliche öffentliche Leistungen, die getragen sind von den Mitteln, die wir gemeinsam erwirtschaften.

Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Qualifikations- und Beschäftigungsprogrammen sowie auf der Ausbildung von Fachkräften. Durch Maßnahmen wie die Joboffensive 50 plus, die neue Frauenarbeitsstiftung oder das Programm Jobs plus Ausbildung bilden wir Arbeitskräfte in jenen Bereichen aus, in denen sie gebraucht werden und eröffnen Menschen neue Perspektiven. Die Wirkung ist klar belegt: 87 % der Personen, die über die Joboffensive 50 plus in Beschäftigung gekommen sind, waren auch ein Jahr später noch erwerbstätig. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Bereich Klimaschutz als Boost für den Beschäftigungsstandort und die Unternehmen in unserer Stadt. Allein in den letzten fünf Jahren sind in diesem Bereich rund 10.000 Arbeitsplätze entstanden. Mit dem klaren Ziel, bis 2040 klimaneutral zu sein, stärken wir konsequent den Ausbau erneuerbarer Energien. Die Wien Energie ist der größte Ökostromproduzent Österreichs und der drittgrößte Energieversorger des Landes. Tourismus ist ein weiterer Treiber der Wiener Wirtschaft und eine zentrale Säule des Wiener Arbeitsmarktes: Jeder neunte Job ist in dieser Branche angesiedelt. 2025 erreichte Wien mit über 20 Millionen Nächtigungen einen neuen Rekord. Tourismus trägt nachhaltig zu Arbeitsplätzen, Umsätzen und zur wirtschaftlichen Dynamik Wiens bei. Eine starke Wirtschaft lebt von Forschung und Innovation. Mit zahlreichen Unternehmen, dem Life Science Center Vienna und einer exzellenten Ausbildung von Studierenden ist Wien ein führender Standort für Life Sciences. Auch im Bereich Digitalisierung spielt die Stadt eine zentrale Rolle. Forschung und technologische Entwicklung schaffen hoch qualifizierte Arbeitsplätze, sichern die Wettbewerbsfähigkeit Wiens und stärken den Wirtschaftsstandort nachhaltig.

Gleichzeitig belastet das von der letzten türkis-grünen Bundesregierung hinterlassene, strukturell größte Budgetdefizit der Zweiten Republik Österreich. Auch die Mehrbelastung für Länder und Gemeinden hat aufgrund daraus resultierender Einnahmeausfälle zugenommen. Internationale Unsicherheiten, etwa neue Konflikte, steigende Energiepreise oder die rasche Entwicklung Künstlicher Intelligenz, stellen Unternehmen und den Arbeitsmarkt vor wachsende Herausforderungen. Die monatlichen Ausgaben für private Haushalte sind seit 2019/20 um 920 Euro gestiegen. Gleichzeitig prägen Globalisierungseffekte wie die Verlagerung von Produktionsstandorten, die Abwanderung zentraler Industrien sowie der zunehmende Wettbewerb durch günstige Importprodukte die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Dies kann die Wettbewerbsfähigkeit beeinflussen und sich mittel- bis langfristig auf Löhne, Investitionen und Wachstum auswirken.

Durch das Maastricht-Verfahren wurde der finanzielle Spielraum für öffentliche Investitionen, vor allem in der Daseinsvorsorge, spürbar eingeschränkt. Gleichzeitig orientiert sich der neue Österreichische Stabilitätspakt an den Maastricht-Salden. In Zeiten der bundesweiten Konsolidierungsmaßnahmen führt dies für Länder und Gemeinden zu zusätzlichen Herausforderungen. 

Gerade Investitionen in die Zukunft sind zentral, um nachhaltiges Wachstum, Wohlstand und soziale Stabilität zu sichern. Daher ist es wichtig, dass soziale Infrastrukturausgaben, etwa in den Bereichen Bildung, Wohnen, Gesundheit sowie Netz- und Verkehrsinfrastruktur, künftig differenziert betrachtet werden und nicht pauschal den Maastricht-Regeln unterliegen.

Wenn auf europäischer Ebene für Ausgaben in den Bereichen Rüstung und Verteidigung gesonderte Betrachtungen oder Spielräume vorgesehen werden, sollte daher auch geprüft werden, ob zentrale Investitionen in die soziale Infrastruktur entsprechend berücksichtigt werden können.

Parallel dazu befindet sich die Arbeitswelt in einem tiefgreifenden Wandel. Eine alternde Erwerbsbevölkerung trifft auf steigende Anforderungen, höhere Dynamik und zunehmende Komplexität in vielen Branchen. Digitalisierung und technologische Innovation treiben Effizienzgewinne voran, gehen jedoch auch mit erhöhten Qualifikationsanforderungen und potenziellen Belastungen einher. Um die Gesundheit der Menschen langfristig zu sichern, sind gezielte Maßnahmen erforderlich, insbesondere in den Bereichen Weiterbildung, altersgerechte Arbeitsgestaltung und betriebliche Gesundheitsförderung.

Zugleich bestehen weiterhin strukturelle Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern. Unterschiede bei Einkommen und Pensionen sowie die ungleiche Verteilung unbezahlter Sorgearbeit führen dazu, dass finanzielle Nachteile für Frauen oft über den gesamten Lebensverlauf hinweg bestehen bleiben.

Dem setzen wir eine klare Strategie entgegen: Wien stellt sich den Herausforderungen und investiert weiter. Dadurch sichern wir eine starke Sozialpartnerschaft, faire Arbeitsbedingungen, qualifizieren Fachkräfte, stärken Innovation und Fortschritt und garantieren soziale Stabilität durch eine starke öffentliche Daseinsvorsorge.

Forderungspunkte:

DIGITALISIERUNG:

WIEN SCHAFFT BILDUNG.

Bildung ist ein Synonym für Selbstbestimmung. Sie ermöglicht Chancen, öffnet Türen und schafft Gemeinschaft. Bildung stärkt ein Leben lang und ist deswegen ein Grundpfeiler der sozialdemokratischen Politik in unserer Stadt. Unser Anspruch ist es schon immer, allen Wiener:innen unabhängig von Alter, Geschlecht, Behinderung und sozialer Herkunft alle Möglichkeiten zur persönlichen (Weiter-)Bildung zu ermöglichen. Die Arbeit daran begann im Roten Wien der 1920er Jahre und wurde seitdem konsequent fortgesetzt. Dadurch ist Wien über Jahrzehnte der Bildungsstandort Nummer eins in Österreich geworden. In keinem anderen Bundesland starten so viele Bildungskarrieren wie in Wien. In keinem anderen Bundesland gibt es so umfassende Bildungseinrichtungen mit so umfassenden Betreuungszeiten. In Wien übernehmen wir Verantwortung: für unsere Kleinsten mit dem beitragfreien Kindergarten, für unsere Schüler:innen mit den verschränkten Gratis-Ganztagsschulen, für unsere Lehrlinge mit modernen Lehrstellen und einem neuen zentralen Berufsschulgebäude in der Seestadt Aspern. Kein anderes Bundesland nimmt mit 10.000 Maturant:innen jährlich so viele Reifeprüfungen ab wie Wien. Mit knapp 200.000 Studierenden ist Wien der größte deutschsprachige Universitätsstandort und investiert jährlich mehrere Millionen Euro in den Fachhochschulausbau.

Multiprofessionelle Teams, die direkt in Schulen im Einsatz sind, erkennen psychosoziale Herausforderungen frühzeitig und tragen durch rasches Eingreifen zur Entlastung des Schulalltags bei. Auch abseits des Schulalltags bietet Wien durch die Wiener Lernhilfe und die Summer City Camps einzigartige Möglichkeiten für Schüler:innen, Wissen auszubauen und zu vertiefen. Zudem stärken wir in Wien bewusst den 2. und 3. Bildungsweg: In Wien kann der Pflichtschulabschluss gratis nachgeholt werden. Wir bieten Basisbildung für Jugendliche und junge Erwachsene an. Die Wiener Volkshochschulen (VHS) sind ein zentraler Pfeiler der Erwachsenenbildung und stehen für leistbares, barrierefreies und inklusives Lernen. Sie bieten ein breites Spektrum an Kursen, von Sprachen über Digitalisierung bis hin zu politischer Bildung, und ermöglichen lebenslanges Lernen für alle. Auch in der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit war Wien schon immer Vorreiterin. Nicht umsonst zählt Wien heute auf ein stadtweites Netz von Vereinen, von der Parkbetreuung bis zu den Jugendzentren. Bildung spielt in Wien aber auch in der Stadtplanung eine Rolle – in Bildungsgrätzln bestehen enge Kooperationen zwischen Kindergärten und Schulen mit weiteren Einrichtungen aus den Bereichen (Erwachsenen-)Bildung, Jugend- und Sozialarbeit, Sport, Kultur und Gesundheit. Dadurch entstehen offene Lernumgebungen, die Kinder in den Mittelpunkt rücken und fließende Übergänge zwischen Bildungseinrichtungen ermöglichen. Ebenso wichtig ist die Jobattraktivität für Pädagog:innen: Durch Maßnahmen wie etwa dem Jobticket und personeller Unterstützung für mehr Entlastung im Schulalltag konnten wir diese erhöhen.

Unbestritten ist, dass das Bildungssystem, sowohl national als auch europaweit, vor Herausforderungen steht, die bedarfsgerechte Lösungen erfordern. Das Zunehmen von sozialer Ungleichhheit aufgrund von Teuerung, Inflation und ungerechter Verteilung innerhalb der Nationalstaaten, die bestehende Migration, die Anforderungen eines inklusiven Bildungssystems und der Druck aufgrund von Digitalisierung und KI sind hier nur einige explizit genannte Herausforderungen, denen wir uns klar stellen.

Insbesondere die gezielte Sprachförderung gewinnt weiter an Bedeutung, da die gemeinsame Sprache Deutsch der wesentliche Baustein für erfolgreiche Integration und Teilhabe sowie persönliche Entwicklung ist. Gerade im Roten Wien, das stolz auf seine Vielfalt und Internationalität ist, gilt es, jedem Kind die gleichen Chancen auf Bildung und ein erfolgreiches Leben zu ermöglichen. Die Nachfrage nach Bildungseinrichtungen steigt stetig und macht zusätzliche Investitionen in Infrastruktur sowie moderne Lernkonzepte erforderlich. Gleichzeitig fehlt es in ganz Österreich an ausreichend pädagogischem Personal, was Einrichtungen auch in Wien organisatorisch und qualitativ herausfordert. Maßnahmen, pädagogische Berufe attraktiver zu gestalten und neue Ausbildungswege zu erschließen, gewinnen daher an Bedeutung. Zudem nimmt die psychische Belastung aufgrund von sozialer Ungleichheit, Leistungsdruck, dauerndem Digitalisierungsdruck und Co. von Schüler:innen und Lehrkräften spürbar zu, weshalb Präventions- und Unterstützungsangebote etabliert bzw. stärker verankert werden sollten. Auch die Debatte um das geplante Social-Media-Verbot zeigt, wie eng Bildung mit gesellschaftlichen Entwicklungen verknüpft ist.

Gleichzeitig verändern Digitalisierung und Künstliche Intelligenz unsere Arbeits- und Lebenswelt grundlegend. Neue Technologien schaffen Chancen, stellen aber auch neue Anforderungen an Kompetenzen, kritisches Denken und den Umgang mit Information. Bildungspolitik muss darauf Antworten geben und das nicht nur in Schulen, sondern entlang des gesamten Lebensweges. Digitale Grundkompetenzen, Medienbildung und der reflektierte Einsatz von KI im Sinne des Digitalen Humanismus werden zu Schlüsselqualifikationen für gesellschaftliche Teilhabe und beruflichen Erfolg. Gerade deshalb gewinnt auch die Erwachsenenbildung weiter an Bedeutung. Sie ist der Schlüssel, um Menschen in einer sich wandelnden Arbeitswelt Sicherheit zu geben, berufliche Perspektiven zu eröffnen und soziale Teilhabe zu sichern. Wien setzt hier auf ein breites, niederschwelliges Angebot: von Basisbildung über berufliche Qualifizierung bis hin zu digitalen Weiterbildungsformaten. Lebenslanges Lernen ist kein Schlagwort, sondern gelebte Realität. Es ermöglicht Menschen, sich weiterzuentwickeln, neue Wege zu gehen und aktiv an der Gestaltung unserer Stadt mitzuwirken.

Es ist notwendig, sich diesen komplexen Herausforderungen zu stellen, um weiterhin sicherzustellen, dass alle Wiener:innen einen gerechten Zugang zu qualitätsvoller Bildung haben: vom Kindergarten bis hin zur Erwachsenenbildung. Die Sozialdemokratie war, ist und bleibt jene Bewegung, die Wissen, Dialog und Zusammenhalt miteinander verbindet.

Forderungspunkte:

KINDERGARTEN:

SCHULE:

SPRACHE:

DIGITALISIERUNG:

 

WIEN SCHAFFT GESUNDHEIT.

Eine gute Gesundheitsversorgung für alle Menschen ist der Schlüssel zu einem guten Leben. Der Zugang zu Medizin, Pflege und modernen Behandlungsmethoden darf nicht von der Geldbörse abhängen.

Oberstes Ziel der sozialdemokratischen Gesundheitspolitik ist es daher, eine für alle zugängliche öffentliche Gesundheitsversorgung auch für die Zukunft sicherzustellen – unabhängig von Alter, Herkunft, Geschlecht, Religion oder Einkommen.

Wien steht für eine Gesundheitsversorgung, die alle Menschen erreicht. Jährlich werden im Wiener Gesundheitsverbund mehr als 240.000 Patient:innen stationär versorgt, über 131.000 operiert und rund 5,2 Millionen ambulante Behandlungen durchgeführt. Spitzenmedizin ist in Wien für alle zugänglich, und hinter dieser stehen über 35.000 engagierte Menschen, die tagtäglich für Qualität, Menschlichkeit und Sicherheit in den Wiener Spitälern sorgen. Die Stadt übernimmt zudem Verantwortung weit über ihre Grenzen hinaus: Rund 20 % der Patient:innen, also jede(r) Fünfte in Wiener Spitälern, kommt aus einem benachbarten Bundesland, um hier Leistungen zu nutzen. Das ehrt uns, weil es uns einmal mehr zeigt, dass Wien der Gesundheitsstandort Nr.1 in Österreich ist. Gleichzeitig muss eine faire Lösung zur Finanzierung der daraus resultierenden Mehrkosten von über 600 Mio. Euro zwischen den Bundesländern gefunden werden, um auch künftig allen Wiener:innen und Gastpatient:innen diese Spitzenleistung zur Verfügung stellen zu können.

Ein Ansatz, die Gastpatient:innenthematik zu überwinden, wäre die Bildung von überregionalen Versorgungsregionen, in denen die Versorgung der Bevölkerung über Bundesländergrenzen hinweg gemeinsam geplant und auch finanziert wird. In der Weiterentwicklung und Neugestaltung des Gesundheitssystems muss Wien eine zentrale Rolle einnehmen.

Denn Wien investiert allein in der aktuellen Periode konsequent 3,3 Mrd. Euro in die Zukunft des öffentlichen Gesundheitssystems: Medizinische Einrichtungen werden weiter modernisiert, Ausbildungsplätze für Gesundheitsberufe ausgebaut und regionale Gesundheitszentren in allen Bezirken geschaffen, während in anderen Bundesländern gerade hier der Sparstift angesetzt wird.

Wien sorgt vor, sowohl in Form der Spezialisierung im Spitzensegment als auch in der Breite der Angebote für die wachsende Stadt. Denn schon bis 2040 werden geschätzt 2,2 Millionen Menschen in Wien leben, bis 2080 etwa 2,3 Millionen. Dieses Wachstum stellt eine Herausforderung für die medizinische Infrastruktur dar und verschärft den Fachkräftemangel. Die Stadt wirkt diesem aktiv entgegen – durch den konsequenten Ausbau der Ausbildungsplätze werden in den kommenden Jahren 16.000 neue Pflegekräfte ausgebildet.

Darüber hinaus stellen der demografische Wandel und steigende Anforderungen an das Gesundheitssystem weitere Herausforderungen dar. Lange Wartezeiten für Kassenpatient:innen, während Privatpatient:innen bevorzugt behandelt werden, widersprechen unserem Verständnis von Gleichheit und Gerechtigkeit: Wer krank ist, verdient die bestmögliche Behandlung. Die medizinische Versorgung darf kein Spekulationsfeld privater Gewinninteressen werden, sondern muss gerade im Roten Wien weiterhin dem Gemeinwohl verpflichtet sein. Wien setzt daher gemeinsam mit der Österreichischen Gesundheitskasse bewusst auf den Ausbau von kassenmedizinischer Versorgung in Zentren. Die Zukunft der Gesundheitsversorgung in Wien ist ambulant und multiprofessionell. In Wien gibt es derzeit 75 regionale Gesundheitszentren von Primärversorgungszentren über Diabetes-, Wund-, Schmerz- oder Kinder-PVE bis hin zu Erstversorgungsambulanzen. Bis Ende 2030 wollen wir diese Versorgung weiter ausbauen – es sollen zusätzlich Frauengesundheitszentren, ein Zentrum für sexuelle Gesundheit sowie eine Anlaufstelle für postinfektionelle Erkrankungen entstehen.

Wir sehen die Zukunft der Medizin in gut ausgebildetem Personal, neuen Technologien, innovativen Versorgungsmodellen und einer verstärkten Zusammenarbeit über Bundesländergrenzen hinweg. Das trägt dazu bei, die Versorgung nachhaltig zu sichern und sicherzustellen, dass Gesundheitsversorgung auch in Zukunft für alle verfügbar bleibt.

Forderungspunkte:

FRAUENGESUNDHEIT:

 

Wien schafft ein gutes Leben für alle. 

WOHNEN

Wohnen ist ein Grundrecht und darf kein Mittel für Spekulation sein, an dem Einzelne verdienen, während andere in Not geraten. Seit mehr als 100 Jahren verfolgt die Wiener Sozialdemokratie daher eine konsequente Wohnpolitik: Leistbare Mieten, unbefristete Verträge und hohe Wohnqualität sichern Stabilität und finanzielle Entlastung für alle Menschen in unserer Stadt. Mehr als 60 % der Wiener:innen wohnen entweder in einer der rund 222.000 Gemeindewohnungen oder in einer der rund 200.000 von der Stadt Wien geförderten Wohnungen, ein Modell, das sich im wahrsten Sinne des Wortes bezahlt macht. Im internationalen Vergleich liegt Wien bei den Mietpreisen im unteren Drittel: Während in Luxemburg und Paris Mieter:innen durchschnittlich 43,3 Euro bzw. 32 Euro pro Quadratmeter bezahlen müssen, liegen die Mieten in Wien bei rund 10,8 Euro pro Quadratmeter, somit wirkt sich das Erfolgsmodell der Wiener Wohnpolitik positiv auf alle Wohnformen aus.

Wien investiert auch weiterhin entschlossen in leistbaren Wohnraum für alle. Mit der Wohnbau-Offensive 2024+ entstehen aktuell weitere 22.800 geförderte Wohnungen für mehr als 45.000 Menschen. Die Widmungskategorie „geförderter Wohnbau“, die seit 2019 in Kraft ist, stellt sicher, dass bei neu gewidmeten Wohnflächen zwei Drittel dem sozialen Wohnbau vorbehalten sind – einzigartig nicht nur in Österreich. Auch durch die Regulierung der Kurzzeitvermietung hat Wien einen entscheidenden Schritt gesetzt, Spekulation mit Wohnraum wirksam einzudämmen, effektiver als es andere Metropolen gemacht haben.

Gleichzeitig zeigt ein internationaler Vergleich, wie stark sich der Druck am Wohnungsmarkt insgesamt erhöht hat: Mit Stand September 2025 sind die Wohnungsmieten in den vorangegangenen 40 Monaten in Deutschland um 6,2 %, in der Schweiz um 7,4 % und in Österreich sogar um 19 % gestiegen. Besonders im privaten Mietsegment steigen die Preise nach wie vor stark an. Das erhöht klarerweise die Nachfrage nach leistbarem Wohnraum gerade im sozialen und geförderten Bereich. Der Druck wächst damit auf beiden Seiten: steigende Bau- und Grundstückskosten erschweren die Finanzierung neuer Projekte, während gleichzeitig mehr Menschen auf leistbare Wohnungen angewiesen sind. Hinzu kommen zusätzliche Anforderungen wie die ökologische Sanierung des Bestands durch bessere Dämmung angesichts heißerer Sommer, klimafitte Gebäude, barrierefreie Anpassungen für eine älter werdende Bevölkerung sowie flexible Grundrisse für unterschiedliche Lebensrealitäten. All das sind zentrale Zukunftsaufgaben, die insbesondere den sozialen Wohnbau betreffen. Wien stellt sich den Herausforderungen, widmet, finanziert und baut weiter von der Gemeindewohnung NEU über die SMART Wohnung – denn eines bleibt klar: Ein starker öffentlicher Wohnbau ist kein Auslaufmodell, sondern die Voraussetzung dafür, dass Wien auch in Zukunft leistbar, lebenswert und sozial bleibt.

 

Forderungspunkte:

GEMEINDEBAU:

ANTISPEKULATION:

MIETRECHT/ BUND:

BODEN/ BUND:

 

MOBILITÄT

Als Ort der Begegnung, der Bewegung und des Austauschs ist es der Anspruch der Sozialdemokratie, den öffentlichen Raum in unserer Stadt fair aufzuteilen. In den vergangenen Jahren lag der Fokus zum einen unter dem Motto „Raus aus dem Asphalt“ auf Begrünungs- und Entsiegelungsmaßnahmen, die das Mikroklima in Grätzln verbessern und zeitgleich die Aufenthaltsqualität für Wiener:innen steigern. Zum anderen wurde der Ausbau von Radwegen forciert: Seit 2021 wurden fast 190 Millionen Euro in die Radinfrastruktur investiert, über 250 Projekte umgesetzt und mehr als 100 Kilometer neue Radwege geschaffen. Die Investitionen in den Radwegeausbau machen sich bezahlt: Der Anteil der mit dem Rad zurückgelegten Alltagswege der Wiener:innen steigt kontinuierlich. Insbesondere Lückenschlüsse und Radschnellverbindungen fördern die regelmäßige Nutzung von Rädern im Alltag.

Zur „Stadt der kurzen Wege“ macht Wien vor allem der gut ausgebaute öffentliche Verkehr: Über 1.100 Kilometer Streckennetz werden von den Wiener Linien bedient. So kommen täglich rund 2,4 Millionen Fahrgäste schnell, sicher und zuverlässig an ihr Ziel. Die wienweite Mobilitätserhebung zeigt zudem, dass die Wiener:innen am liebsten ihre Wege mit den Öffis zurücklegen. Während 1993 nur 29 % auf die Öffis setzten, sind es mittlerweile 34 %.

Der starke Bevölkerungszuwachs in den Wiener Außenbezirken, insbesondere durch neu geschaffenen leistbaren Wohnraum, bringt vielfältige Herausforderungen für Mobilität und Infrastruktur mit sich. Parallel zum Entstehen neuer Stadtteile werden daher Verkehrsanbindungen, Kinderbetreuung, Schulen und medizinische Versorgung kontinuierlich weiterentwickelt und ausgebaut. Wien verfolgt konsequent das Ziel, den motorisierten Individualverkehr schrittweise zugunsten nachhaltiger Alternativen zu reduzieren. Ziel der Mobilitätsplanung ist dabei eine leistbare, umweltfreundliche Mobilität für alle sowie eine gute Erreichbarkeit aller Stadtteile, sowohl für die Menschen als auch für die Wirtschaft. Besonders in der jüngeren Generation zeigt sich ein klarer Wandel: Die 21- bis 30-Jährigen legen heute deutlich weniger Wege mit dem Pkw zurück als noch vor zehn Jahren, während öffentliche Verkehrsmittel, Radfahren und Zufußgehen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Der sogenannte Umweltverbund ist heute das Rückgrat des Wiener Mobilitätssystems – bereits rund drei Viertel aller Wege werden auf diese Weise zurückgelegt.

Diese Entwicklung ist das Ergebnis einer vorausschauenden Verkehrspolitik: Über Jahrzehnte hinweg wurde konsequent in ein dichtes und leistungsfähiges Netz des öffentlichen Verkehrs investiert und gleichzeitig die Infrastruktur für das Radfahren und Zufußgehen verbessert. Ergänzend gewinnen Sharing-Angebote zunehmend an Bedeutung und schaffen zusätzliche Flexibilität im Alltag. Trotz dieses Wandels kommt es nicht zu Verkehrsproblemen wie in anderen europäischen Großstädten. Im Gegenteil: Jede und jeder kann täglich frei entscheiden, wie der Weg am besten zurückgelegt wird. Wien bietet damit eine Mobilitätsgarantie. Auch ohne eigenes Auto ist Mobilität im gesamten Stadtgebiet jederzeit möglich. Möglich wird das durch ein gut abgestimmtes, die Stadtgrenzen überschreitendes Mobilitätssystem, das Wien auch als zentralen Knoten in der Region und darüber hinaus stärkt.

Besonders bedeutend wäre dabei der kontinuierliche Infrastrukturschluss zwischen den Außenbezirken und dem Umland in Niederösterreich. Von Wien forcierte und fertig geplante grenzüberschreitende Projekte wie die Linie 72 nach Schwechat scheiterten bislang bedauerlicherweise an Niederösterreich.

Gleichzeitig stellen Klimaziele und Flächenknappheit hohe Anforderungen an eine nachhaltige Verkehrsplanung, die öffentlichen Verkehr, Radwege und Fußgängerzonen gleichermaßen berücksichtigt. Auch die Sicherheit im öffentlichen Raum bleibt ein zentrales Thema: Gut beleuchtete Haltestellen, barrierefreie Zugänge und eine klare Verkehrsführung sind entscheidend, damit sich alle Menschen sicher und selbstbestimmt bewegen können.

 

Forderungspunkte:

KUNST UND KULTUR

Kunst und Kultur sind ein zentraler Faktor für Lebensqualität in Wien: persönlich, gesellschaftlich, wirtschaftlich und für die internationale Strahlkraft der Stadt. Kunst eröffnet Räume des Seins und des Diskurses. Kunst eröffnet einem selbst Möglichkeiten und Perspektiven und schafft neue Zugänge zwischen Menschen. Daher ist es in Wien essenziell, dass alle Wiener:innen Zugang zu Kunst und Kultur unabhängig von Generation, Lebensrealität und Einkommen haben. Damit wird nicht nur die kulturelle Teilhabe, sondern auch der soziale Zusammenhalt weiter gestärkt.

Indem Wien Kultur erlebbar und zugänglich macht, setzen wir ein klares Zeichen: Kultur gehört zur Daseinsvorsorge, zur Identität der Stadt und zur Lebensqualität aller Wiener:innen. Sie ist ein wesentlicher Faktor für die Lebensqualität der Wiener:innen. Sie macht unsere Stadt lebendig und vielfältig. Wien hat deshalb zahlreiche niederschwellige Angebote geschaffen: von freien oder stark vergünstigten Eintritten in städtischen Museen wie dem Wien Museum über barrierefreie Vermittlungsformate bis hin zu zahlreichen Kulturveranstaltungen im öffentlichen Raum und in den Grätzln der Stadt, wie dem Wiener Kultursommer oder dem größten Freiluftfestival bei freiem Eintritt – dem Donauinselfest mit einer Wertschöpfung von rund 40 Millionen Euro und zigtausenden Tourist:innen, die aus den Bundesländern und Nachbarländern extra nach Wien kommen. Das breite Kulturangebot unserer Stadt verlängert auch ganz allgemein Aufenthalte von Tourist:innen, erhöht somit die Wertschöpfung und stärkt den Tourismus- und Wirtschaftsstandort nachhaltig.

Gleichzeitig steht auch die Kunst- und Kulturlandschaft vor wachsenden Herausforderungen. Steigende Energie-, Miet- und Personalkosten treffen auf budgetäre Einschränkungen und erhöhen den Druck auf Institutionen ebenso wie auf die freie Szene. Streamingdienste haben das Einkommensmodell im Musikbereich auf den Kopf gestellt. Hinzu kommt die vielfach prekäre Einkommenssituation von Künstler:innen, die häufig projektbezogen arbeiten und nur eingeschränkt sozial abgesichert sind. Ohne stabile Rahmenbedingungen droht ein Verlust an Vielfalt, Kreativität und künstlerischer Qualität. Auch soziale Zugangshürden können sich verschärfen, wenn steigende Lebenshaltungskosten dazu führen, dass kulturelle Teilhabe für manche Haushalte zur finanziellen Frage wird. Kultur darf in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten nicht zum Sparposten werden. Sie ist kein Zusatzangebot, sondern Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge, ein zentraler Standortfaktor und ein Motor gesellschaftlicher Innovation. Eine vorausschauende Kulturpolitik muss daher langfristige Finanzierung sichern, faire Arbeitsbedingungen stärken und kulturelle Teilhabe aktiv ausbauen.

 

Forderungspunkte:

UMWELT UND KLIMA

Wien gestaltet aktiv seine klimaneutrale und ressourcenschonende Zukunft, um die hohe Lebensqualität in unserer Stadt langfristig zu sichern. Seit über zwei Jahrzehnten verfolgt Wien daher eine integrierte Klima- und Ressourcenpolitik, die ökologische Verantwortung, wirtschaftliche Innovationskraft und soziale Gerechtigkeit miteinander verbindet. Bereits 1999 startete Wien ein umfassendes Klimaschutzprogramm, das seither konsequent weiterentwickelt wird. Klimaschutz ist heute ein zentrales politisches Handlungsfeld. Ein weiterer wichtiger Meilenstein ist das im Frühjahr 2025 beschlossene Wiener Klimagesetz: Als erstes Bundesland Österreichs hebt Wien seine Klimaziele in den Gesetzesrang und unterstreicht damit den Anspruch, Klimaschutz systematisch, verlässlich und langfristig umzusetzen.

Denn das von uns Sozialdemokrat:innen formulierte Ziel eines guten Lebens für alle lässt sich nur innerhalb der planetaren Grenzen verwirklichen. Ein Leben und Wirtschaften, das auf Ausbeutung und Verschwendung basiert, verschärft nicht nur die Klimakrise, sondern bedroht auch unsere Gesellschaft, gefährdet die Gesundheit der Menschen und vergrößert die sozialen Ungleichheiten.

Ein gutes Leben für alle erfordert einen grundlegenden Wandel im Umgang mit Ressourcen. Ein zentraler Ansatz dafür ist die Kreislaufwirtschaft: Wien strebt eine Stadt an, die mit ihren natürlichen Ressourcen sorgsam umgeht, Müll vermeidet und Materialien bestmöglich wieder- und neu verwendet. Genau hier setzt die Strategie „Zirkuläres Wien“ an. Sie verbindet ökologische Notwendigkeit mit wirtschaftlicher Innovation und denkt Ressourcenschonung ganzheitlich. Bis 2050 soll der Materialverbrauch halbiert, unvermeidbare Abfälle vollständig verwertet und zirkuläres Planen und Bauen ab 2030 zum Standard werden. Damit stärkt Wien nicht nur den Klimaschutz, sondern auch regionale Wertschöpfung und Versorgungssicherheit und schafft die Grundlage für wirtschaftliche Stärke, Wohlstand und sichere Arbeitsplätze.

Ein weiterer zentraler Hebel ist die Energiepolitik. Wien verfolgt das Ziel, bereits 2040 klimaneutral zu werden und Klimaschutz konsequent mit Versorgungssicherheit zu verbinden. Die aktuelle geopolitische Lage zeigt, dass dieses Ziel nicht nur aus Umweltgründen notwendig ist: Nur wenn die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern reduziert wird, lassen sich Sicherheit, Leistbarkeit und damit die Lebensqualität der Menschen langfristig gewährleisten. Für die Wiener Sozialdemokratie ist klar: Versorgungssicherheit und -unabhängigkeit, Nachhaltigkeit, Leistbarkeit und soziale Ausgewogenheit müssen im Zentrum der Energiepolitik stehen. Das gilt auch auf europäischer Ebene: Ein neues Strommarktdesign muss die Integration erneuerbarer Energien beschleunigen, Preisspitzen abfedern und die Menschen entlasten.

Ein gutes Leben für alle erfordert darüber hinaus eine starke öffentliche Daseinsvorsorge. Sie ist das Rückgrat sozialer Sicherheit und eine zentrale Voraussetzung dafür, dass der ökologische Wandel gerecht gestaltet werden kann. Deshalb baut Wien seine erneuerbaren Energiesysteme weiter aus, steigert die Energieeffizienz in allen Sektoren, modernisiert die urbane Infrastruktur und stärkt gezielt jene Grünräume, die das Stadtklima stabilisieren. Gleichzeitig braucht es einen nationalen und europäischen Rahmen, der diesen Weg unterstützt.

Mit dem politischen Weitblick des Roten Wien wurde eine öffentliche Infrastruktur geschaffen, die bis heute international Anerkennung findet. An diese Tradition knüpfen wir an – mit gezielten Investitionen in soziale Infrastruktur, die Sicherheit schafft und Zukunft ermöglicht.

Der öffentliche Raum ist dabei ein zentrales Element der Daseinsvorsorge und der Lebensqualität, er ist das gemeinsame Wohnzimmer aller Wiener:innen. Seine Weiterentwicklung erfordert sorgfältige Planung und klare Prioritäten. Insbesondere wohnortnahe, konsumfreie Erholungsräume und wirksamer Schutz vor Hitze, wie Parks und Grünflächen, leisten einen unverzichtbaren Beitrag. Angesichts zunehmender Hitzetage und Tropennächte setzt die Stadt daher konsequent auf Entsiegelung und Begrünung – und ganz bewusst sollen diese Grünräume überdies in den Dienst der Erhaltung der Biodiversität gestellt werden. Mit dem Projekt „Raus aus dem Asphalt“ werden neue Parks und Grünflächen geschaffen, Straßen und Plätze klimafit umgestaltet und Hitzeinseln gezielt reduziert. Versiegelte Flächen werden wieder in Grünräume verwandelt.

Parallel dazu wird auch die technische Infrastruktur an die klimatischen Veränderungen angepasst. Um klimafreundliche Kühlung im großen Maßstab zu ermöglichen, baut Wien ein stadtweites Fernkältenetz aus. Dieses System spart im Vergleich zu herkömmlichen Klimageräten Energie, entlastet das Stromnetz und eignet sich besonders für dicht bebaute Stadtgebiete.

Forderungspunkte:

 

ZUSAMMENHALT UND MITEINANDER

In Wien schauen wir aufeinander. Wir sind das politische Gegenmodell zu rechter Hetze und neoliberaler Vernachlässigung. Unser starkes soziales Netz schützt Menschen in schwierigen Lebenslagen, stärkt Familien, Alleinerziehende, Senior:innen und Menschen mit Behinderung und schafft echte Chancen für ein selbstbestimmtes Leben aller Wiener:innen. Wien bleibt die Stadt des Zusammenhalts. Auch in herausfordernden Zeiten entlasten wir gezielt Menschen und schaffen Begegnungsräume. Wir setzen auf präventive Hilfe, damit Wien lebendig, vielfältig und für alle Generationen in jedem Grätzl lebenswert bleibt.

Gerade weil wir auf Zusammenhalt und soziale Verantwortung setzen, wird deutlich, wie zentral das Wahlrecht für eine lebendige Demokratie und echte Teilhabe ist.

Eine Demokratie lebt von der Beteiligung einer möglichst großen Zahl jener Menschen, die den beschlossenen Gesetzen unterworfen sind. Doch wenn Menschen aufgrund ihrer Staatsbürger:innenschaft nicht wählen dürfen oder von ihrem Wahlrecht nicht Gebrauch machen, ist davon auszugehen, dass ihre Interessen im Parlament, Landtag, Gemeinderat oder in der Bezirksvertretung eingeschränkt Berücksichtigung finden. Aus demokratiepolitischer Sicht handelt es sich dabei um ein Demokratiedefizit, das aufgrund der zunehmenden Mobilität und Zuwanderung in den letzten Jahren sowie des restriktiven Einbürgerungsrechts seit Jahren kontinuierlich anwächst. Auch aus integrationspolitischer Sicht ist dieses Demokratiedefizit problematisch. Denn Menschen, die nicht mitbestimmen dürfen, entwickeln unter Umständen weniger Interesse für politische Themen und die Gesellschaft, in der sie leben.

Forderungspunkte:

Beschluss Wiener Landesparteitag 2026: Annahme

 

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